Als Fernbedienungsersatz ist das iPhone eigentlich ein ideales Gerät, wenn nicht der Infrarotsender fehlen würde. Aber die Faktoren Touchscreen und immer zur Hand sprechen für sich.
Obwohl ich eine
Logitech Harmony 555 besitze bin ich an Neuheiten und Innovationen zu diesem Thema immer interessiert.Als Spontankauf kann man den Erwerb der
VooMote One von
zero1.tv bezeichnen. Zur Markteinführung gab es sie beim Hersteller versandkostenfrei.
Die
L5remote von
L5 Technology wurde nach gründlicherer Recherche bestellt.
–Affilate-Links–Zero1.tv VooMote One Universalfernbedienung für iPhone/iPod
L5 Remote für alle Apple iPhone/iPad/iPod touch
Logitech Harmony
VooMote One
Die
VooMote One von zero1.tv kommt als Hardcover fürs iPhone daher. Alle Bedienelemente, Kamera und Kopfhörerbuchse sind frei zugänglich. Telefonieren und fotografieren sind somit möglich ohne das iPhone aus dem Cover zu nehmen. Es passen alle bisherigen iPhones und iPod touch in das Cover. Dies wird durch 3 Adapter ermöglicht die beiliegen.
Andere Cover und Bumper müssen entfernt werden sonst passt die
VooMote One nicht.
Obwohl die
VooMote One auch über den Dock Connector mit dem iPhone Kontakt aufnimmt, kann das Gerät richtig herum gehalten werden. Dir IR-Diode wird nach vorne ans Gehäuse weg geleitet.
Insgesamt liegt das System gut in der Hand.
Im AppStore kann vorab schon eine kostenlose App geladen werden um die Funktionalität zu testen. Es werden verschiedene Räume (Wohnzimmer, Arbeitszimmer, etc.) vorgegeben in denen man Fernbedienungen anlegen kann. Jedem Raum kann man einen OneView zuordnen in dem die wichtigsten Elemente der verschiedenen Fernbedienungen (FB) platziert werden können. Somit hat man eine zentrale FB für alle Geräte.
Legt man eine neue FB an kann man aus einer Liste von Gerätetypen und Herstellern auswählen und sich so schon mal alle Elemente vorgeben lassen. Zur genauen Gerätebestimmung tritt die
VooMote One mit dem Gerät in Kontakt. Dabei erhält man einzelne Tasten angezeigt die man drücken muss um dann die Reaktion des zu steuernden Gerätes zu beobachten. Wenn man Glück hat erkennt die App dann das Gerät oder man muss die FB manuell anlernen.
Zum manuellen Lernen der Tasten hat das Cover hinten auch noch einen LR-Sensor. Mit der "alten" FB hält man auf diesen Sensor und drückt die entsprechende Taste.
Meinen BenQ-Fernseher kannte die App nicht, weil sie BenQ als Hesteller nicht führt. Meinen Yamaha Receiver kannte sie auch nicht und meinen MR 301 von T-Home Entertain hat sie nach gefühlten 100 Versuchen korrekt erkannt. Allerdings benötigte ich solange bis ich begriffen haben warum ich jeweils 10 mal die rauf und runter Taste zu drücken und zu dokumentieren wie das Gerät reagiert.
Die wichtigsten Funktionen vom TV und vom Verstärker habe ich manuell angelernt, was problemlos verlief.
Ich gebe zu der MR 301 ist oft zickig was IR-Signale angeht, aber mein MR 301 und die
VooMote One mögen sich überhaupt nicht. Auf die Hälfte der Signale reagierte das Gerät nicht, egal aus welcher Richtung und Entfernung ich es probiert habe. Und die Lautstärkeregelung am Verstärker war genau so ungenau, häufig wurde in 2er-Stufen reguliert.
Aufgrund dieser Probleme habe ich das Gerät und die App nicht weiter getestet.
Fazit: Das Cover hat ein schönes Design und liegt gut in der Hand. Wenn das iPhone/iPod aber mal breiter wird, passt es nicht mehr ins Cover. Andere Cover müssen eh immer abgenommen werden.
Die Geräteerkennung ist wenig intuitiv und die Gerätedatenbank zu gering bestückt. Zwar kennt die Harmony-Datenbank meinen Fernseher auch nicht direkt, es lassen sich aber die Codes eines Vergleichmodells einspeichern.
Der Gedanke die FBs nach Räumen zu sortieren macht Sinn, aber nur eine Hauptfernbedienung pro Raum ist zu wenig.
Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt nicht, vor allem wenn man bedenkt das man heute Harmony's und ähnliche Modelle im gleichen Preissegment erhält. Da hat man dann zwar noch kein Touchdisplay, aber die Codedatenbanken sind vollständiger.
L5remote
Die
L5remote geht konzeptionell einen etwas anderen weg. Von der Gehäuseform wirkt sie wie ein Teil aus dem Camera Connection Kit. Das IR-Modul lässt sich einfach auf den Dock Connector aufstecken. Mit den meisten Covern dürfte dies keine Probleme machen. Weiterer Vorteil: der Dongle passt auch ans iPad.
Auch zu
L5remote lässt sich eine kostenlose App aus dem AppStore beziehen. Die meisten Funktionen lassen sich ebenfalls ohne Hardware testen.
Die App gibt keine feste Struktur vor. Es lassen sich FBs anlegen. Allerdings kennt die App einen JUMP-Button mit dem man jeweils eine bestimmte FB anspringen kann. Desweiteren ist es von der Struktur her egal was man für Elemente auf den einzelnen Seiten hinterlegt. Somit lassen sich problemlos verschiedene Hauptfernbedienungen anlegen.
Es empfiehlt zu Beginn jeweils einzelne FB-Seiten für jedes einzelne Gerät anzulegen. Im weiteren Verlauf kann man die Seiten kopieren und bündeln, dann löscht man die Elemente die nicht benötigt werden und schon hat man eine Hauptfernbedienung.
Sobald eine neue FB angelegt wird fragt die App ob man sie komplett selbst gestalten will oder ob man schon Standardelemente vorgegeben haben möchte. Ausserdem kann man aus dem Internet fertige FBs runterladen. Hier sind aber wirklich nur die grundlegendsten Geräte hinterlegt. In der Regel wird man als europäischer Nutzer nicht umher kommen sich seine FBs selber zu programmieren.
Zunächst aber layoutet man sich seine FB. D.h. man legt alle Elemente an die man benötigt. Dafür stehen verschiedene Button-Typen zur Verfügung, u.a. auch Wippen und Steuerkreuze. Es gibt auch Standardvorlagen für verschiedene Gerätearten die als Drawer eingefügt werden können.
Ein Drawer bezeichnet einen Button und eine Schublade mit weiteren Elementen. Ein Beispiel wäre der Nummerntasten-Drawer. Nicht immer werden z.B. die Programmnummerntasten beim TV benötigt. Fügt man diesen Drawer ein sieht man zunächst nur einen Button mit einem imaginären Tastenfeld als Symbol. Drückt man den Button schiebt sich unterhalb eine Schublade auf und es erscheinen 10 Buttons (0-9). Eine elegante Lösung.
Neben den vorgefertigten Drawern lassen sich aber auch eigene anlegen.
Wenn das Layout der FB steht geht es an die Programmierung der Elemente. Hierzu benötigt man die "alte" FB. Man wechselt vom Design-Mode in den Assign-Mode. Dann legt man beide FBs mit den IR-Sender/-Empfänger gegenüber hin und wählt das Element welches man programmieren möchte. Anschliessend hält man die entsprechende Taste auf der FB gedrückt bis sie gelernt wurde.
Die Programmierung erfolgte bei mir problemlos.
Alle Geräte liessen sich anschliessend fehlerfrei bedienen. Nur der schon erwähnt zickige MR 301 stellt sich etwas an. Man muss mit dem IR-Sensor schon gezielt auf ihn "schiessen" sonst muckt er sich nicht. Das Problem habe ich mit der original FB aber auch. Nur mit der Harmony habe ich hier weniger Probleme.
Eine Besonderheit der L5-App muss ich noch erwähnen. Man kann so genannte Macros anlegen. Dies sind Button die die Funktionen anderer Button hinter einander abspielen. Zum Beispiel alle Geräte einschalten die fürs TV schauen notwendig sind. Im Design legt man einen Macro-Button an und im Assign-Mode wird er mit den Funktionen befüllt. Dafür tippt man die Elemente in Reihenfolge an die ausgeführt werden sollen. Jedem Element in einem Macro kann noch eine anschliessende Pause von 0.1-10 Sekunden zugeordnet werden.
Die Fernbedienungen können auf einem L5-Server hinterlegt werden. Dafür muss man sich einen Account anlegen. Auf diesem Server lassen sich auch eigene Bilder hochladen die als Hintergrund oder Tastensymbol für die eigenen FBs dienen. Greift man per Webbrowser auf den Server zu erhält man eine spartanische Oberfläche aus der Vor-Web2.0-Zeit.
Fazit: Da die
L5remote mit meinen Geräten problemlos läuft habe ich mich für sie entschieden. Das Design ist nicht schön, aber funktionell und zukunftssicher. Die App gibt keine engen Grenzen vor und lässt im Design-Mode viel Gestaltungsspielraum.
In Kombination mit JUMP und MACRO lassen sich Menüseiten und funktionsbedingte FBs erstellen.
Gesamtfazit: Wer z.B. eine von den grossen Harmony's besitzt benötigt sicher kein IR-Modul fürs iPhone. Leute die verschiedene Geräte in verschiedenen Räumen haben und die technikverrückt sind entsprechen wohl ehr der Zielgruppe.
Das Ankoppeln der Harmony an den Rechner um sie umzuprogrammieren störte mich immer. Das ist bei diesen Modulen nicht notwendig. Die Programmierung erfolgt am iPhone selbst. Leider haben die Hersteller nicht eine so große Codedatenbank wie Logitech.
Es ist also viel Handarbeit angesagt bei beiden Modellen. Dafür erhält man aber eine Fernbedienung die man in den meisten Fällen so gestalten konnte das man die Funktionen hat die man benötigt.